Eigenkapitallücke war gestern

Immer wenn von der Finanzierung mittelständischer Unternehmen die Rede war, kam die „Eigenkapitallücke des deutschen Mittelstands“ zur Sprache. Bilanzanalysen und Befragungen hätten ergeben, dass die kleinen und mittleren Unternehmen nicht nur im Vergleich mit den großen Playern, sondern auch im internationalen Vergleich schlecht abschnitten. Dass man da Äpfel mit Birnen verglich, unterschiedliche Bilanzvorschriften und Finanzierungsbedingungen nicht beachtete, schien niemanden zu stören. Lesen Sie hierzu meinen “Standpunkt” aus der Mai-Ausgabe des Creditreform Magazins, die sich dem Themenschwerpunkt Unternehmensfinanzierung widment. Weiterlesen

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Binnennachfrage hilft dem B2B-Versand

Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) und wir von der Creditreform Wirtschaftsforschung haben die Ergebnisse aus der gemeinsamen B2B-Studie-Versandhandel des Jahres 2012  vorgestellt, die ich Ihnen auch an dieser Stelle nicht vorenthalten möchte. Weiterlesen

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Kultur des Vergessens

Die Forderung ist ja nur zu berechtigt. Wer einmal im Internet sich findet, sei es, dass er sich selbst eingebracht hat, sei es, dass andere sein Bild, seine Daten eingestellt haben, der hat größte Mühe, wieder herauszukommen, seine Daten zu löschen. Das Netz vergisst nicht, heißt es zu Recht. Soziale Netzwerke sind ein Treiber dieser Entwicklung, deren Nutzerdaten von anderen wieder aufgegriffen werden. „Recht auf Vergessen“ lautet deshalb die Forderung an den Gesetzgeber. Privatpersonen sollen ohne Wenn und Aber die Löschung ihrer Daten verlangen können. Doch was für Facebook und Co. gelten mag, gilt für Auskunfteien nicht! Lesen Sie hierzu meinen “Standpunkt” aus der April-Ausgabe des Creditreform Magazins, die in Kürze erscheint … Weiterlesen

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Wie das Handwerk unsere Konjunktur stützt

Das Handwerk in den zurückliegenden Monaten die positive Konjunkturlage in Deutschland gestützt: Es wurde weitere Beschäftigung aufgebaut, wobei sich auch der Fachkräftemangel im Handwerk verschärft hat. Das Tempo in der Umsatzentwicklung hat sich in den zurückliegenden Monaten hingegen verlangsamt. Die Aussichten im Handwerk sind ungebrochen zuversichtlich. Das sind die wesentlichen Ergebnisse der diesjährigen Creditreform Frühjahrsumfrage im Handwerk, an der sich bundesweit rund 3.100 Handwerksbetriebe beteiligt haben — und die ich Ihnen im Folgenden vorstellen möchte. Weiterlesen

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Entspannung im Insolvenzgeschehen

Sicherlich, die Überschrift klingt zunächst wie eine gute Nachricht, allerdings: Der Rückgang fällt schwächer aus als in den beiden Vorjahren. Denn die „Schleifspuren“ der europäischen Staatsschuldenkrise machen sich auch beim Insolvenzaufkommen bemerkbar, so dass die Entspannung der Insolvenzsituation bei den deutschen Unternehmen nicht mehr ganz so stark ausgefallen ist wie im Zuge der wirtschaftlichen Erholungsphase in den Jahren 2010 und 2011. Was heißt das konkret? Weiterlesen

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Schuldenkrise bei Konsumenten

Die Ansicht, dass man für seine Schulden einzustehen habe, wird im Zuge der europäischen Krise ausgehöhlt. Banken können für ihre Engagements nicht mehr gerade stehen? Der Steuerzahler kommt für die Schulden auf. Staaten drohen ihre Anleihen nicht mehr bedienen und nicht mehr absetzen zu können? Die EZB kauft auf, Rettungsschirme werden aufgespannt. Ein Verbraucher hat sich finanziell übernommen? Ein großzügiger Schuldenschnitt ist möglich, nach einer “Wohlverhaltensperiode” von drei Jahren sind die Schulden erlassen.

Tatsächlich sieht die Reform der Insolvenzordnung in der nächsten Stufe vor, dass der Schuldner innerhalb von drei Jahren von seinen Schulden befreit ist, wenn er 25 Prozent seiner Schulden in dieser Zeit begleicht. Dass der Gläubiger entsprechend zu verzichten hat, spielt keine Rolle, obwohl der Grundsatz der Gläubigerbefriedigung nach wie vor an erster Stelle der Ziele eines Insolvenzverfahrens steht. Und dabei werden sogar noch geringere Quoten bis zur Nullquote diskutiert.

Diese Erleichterungen werden Auswirkungen auf das Schuldnerverhalten haben. Das beginnt beim außergerichtlichen Einigungsverfahren zwischen Schuldner und Gläubiger. Quoten von fünfzig Prozent waren nach Aussagen der Kreditbanken die Regel, in Zukunft wird keine Schuldner mehr bereit sein, mehr als ein
Viertel zu begleichen. Kritischer aber noch wird sein, dass gerade bei Barkrediten es schon sehr verlockend ist, gleichsam Dreiviertel der aufgenommenen Summe geschenkt zu bekommen. Der “zurückgelegte” Rest dient dann der Entschuldung.

Apropos “Restschuldbefreiung”. Angesichts der Höhe des Erlasses kann von einem Rest wohl kaum die Rede sein, hier wird von der Hauptschuld befreit. Und wenn schon von der Terminologie im Zusammenhang mit der Insolvenzordnung die Rede ist. Warum ist ein Zeitraum, in dem ein Schuldner endlich das tut, was eigentlich zu erwarten wäre, nämlich seine Schulden zu begleichen, eine Wohlverhaltensperiode, die es zu belohnen gilt?

Es war einmal daran gedacht worden, die entsprechenden Vorteile, die jetzt für alle natürlichen Personen gelten sollen, nur für Unternehmensgründer bereitzustellen. Es gab jedoch im Hinblick auf den verfassungsrechtlichen Gleichheitsgrundsatzgrundsatz Bedenken. Dabei wären bei einer fehlgeschlagenen Existenzgründung tatsächlich gute Gründe gegeben, einen Teil der Schulden zu erlassen, um eine schnellere Rückkehr ins Wirtschaftsleben zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang spielte auch das Argument eine Rolle, dass ja auch bei einem Verbraucher der frische Start ins Erwerbsleben zu einem allgemein volkswirtschaftlichen Vorteil durch neuen Verdienst und neuen Konsum führe. Dabei gilt es aber festzuhalten, dass auf der anderen Seite komplementär der gesamtökonomische Schaden durch Verluste beim Gläubiger zu sehen ist. Das führt auch dazu, dass auf dieser Seite vorsichtiger agiert wird, gerade weil man nun stärker von Verlusten betroffen sein wird.

Mit der Kalkulierbarkeit der Zeiträume und Zahlungen auf dem Weg zur Restschuldbefreiung wird ein weiterer Weg beschritten, der die Zahlungsmoral des Schulders erodieren lassen wird. Mit den Folgen für Schuldner und Gläubiger, wie Sie uns die europäische Schuldenkrise täglich in ihrer Ausweglosigkeit vorführt.

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Gespenster überall

Der erste Satz des kommunistischen Manifests von Karl Marx und Friedrich Engels lautet: “Es geht ein Gespenst um in Europa – das Gespenst des Kommunismus”. Dieses Zitat gilt es abzuwandeln. In Europa geht mehr als 160 Jahre später ein anderes Gespenst um, das auch eine Bedrohung des Kapitalismus ist: Das Gespenst der Pleite. Ganz im Sinne unserer rechtlichen Definition von Insolvenz sind einige Staaten im Süden des Kontinents überschuldet, ja es droht, wenn nicht weiter Schulden übertragen und Garantien gemacht werden, manchem Land die Zahlungsunfähigkeit. Aber kann ein Staat überhaupt insolvent werden? Schließlich kann er in seiner Souveränität auch über seine Zahlungsmittel bestimmen, die Gelddruckereien sind in seiner Hand. Fragt sich nur, ob seine Gläubiger im Ausland, ebenfalls souveräne Staaten oder Institutionen dann noch bereit sind, diese papierne Währung zu akzeptieren. Opfer dieser Politik werden die Einwohner des Landes, denn sie müssen mit diesem Geld leben. Sie werden enteignet, weil ihr Kapital, ihre Ersparnisse nichts mehr wert sind.

Die Schatten dieses Geschehens, die Gespenster der Pleite, treffen nicht nur die europäischen Länder und Ihre Banken, sondern auch die Unternehmen. Die Krise verunsichert, sie schafft Ängste. Rette sich wer kann, wird dann zum Gebot der Stunde. Der Rettungsschirm für den Bürger wird dann der Sachwert, die Immobilienpreise in den Wohngebieten der Stadtzentren sind gegenüber dem Vorjahr um zweistellige Prozentwerte gestiegen.

Ein weiteres Indiz fortschreitender Verunsicherung zeichnet sich bei den Unternehmensinsolvenzen ab. Um knapp ein Prozent sind sie gewachsen, auf rund 15200 Fälle gegenüber 15100 Betroffenen im ersten Halbjahr des Vorjahres. Sicher kein dramatischer Anstieg. Dennoch bleibt ein Unbehagen, weil sich hier eine Trendumkehr andeutet. Im ersten Halbjahr 2011 waren die Unternehmensinsolvenzen noch um mehr als zehn Prozent rückläufig, im Gesamtjahr 2011 nur noch um knapp sechs Prozent.

Getrieben wird das Geschehen von den Pleiten im Teriärsektor. Vor allem der Handel, insbesondere der Großhandel weist starke Steigerungen auf (+ sieben Prozent). Schlecker, sicher die spektakulärste Großpleite in diesem Jahr, ist da nur die Spitze des Eisbergs. Auffällig auch, dass es stärker größere Unternehmen trifft. Die Zahl der Großinsolvenzen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Mio. Euro ist um ein Drittel gestiegen. Eine Entwicklung, die sich auch bei den Beschäftigtengößenklassen zeigt – Unternehmen mit mehr als hundert Mitarbeitern haben ebenso zugelegt wie die Zahl der Aktiengesellschaften. Stabil bleiben Industrie und Bau, beide immer noch weitgehend im grünen Bereich der Konjunktur unterwegs, wenn sie nicht zur Solar- oder Automobilzuliefererbranche gehören.

Die Unternehmen geraten von zwei Seiten in die Bredouille. Auf der einen Seite steht die konjunkturelle Abschwächung, auf der anderen Seite die Zurückhaltung bei den Finanziers. Ob auf dem Kapitalmarkt oder bei den Banken, die Krise verengt die Handlunsspielräume.

Gespenster vermehren sich. Sie sind nicht mehr nur bei den Staaten in der Währungsunion, sondern auch schon bei den Unternehmen im, ach so soliden Deutschland unterwegs. Höchste Zeit für eine Geisteraustreibung.

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Mit ESUG wird alles gut

Am ersten März 2012 ist die erste Stufe der erneuten Insolvenzrechtsreform in Kraft getreten. In weiteren Schritten wird auch das Privatinsolvenzrechtsverfahren novelliert, zunächst aber geht es um die Unternehmen. Mit dem Gesetz zur Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) soll gelingen, was das Insolvenzrecht der neunziger Jahre nicht geschafft hatte: Unternehmen in der finanziellen Schieflage im Zuge des Insolvenzverfahrens auf den Weg der Sanierung zu bringen. In Deutschland hängt dem Insolvenzantrag nach wie vor an, dass hier das Aus für den Betrieb besiegelt werde. Institute wie die Eigenverwaltung oder der Insolvenzplan wurden nur in wenigen Fällen (erfolgreich) genutzt, liquidieren ging vor sanieren. Weiterlesen

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Schatten von Basel III

Eine frische Pressemeldung auf dem Bildschirm: Die LfA Förderbank Bayern registriert 2011 ein Rekordhoch in der sechzigjährigen Geschichte. 6100 kleine und mittlere Unternehmen erhielten im Vorjahr rund 1,9 Milliarden Euro zinsgünstiger Kredite. Sicher ein Zeichen für die nachhaltig gute Entwicklung der Konjunktur in Deutschland – schließlich geht es um ein Gesamtinvestitionsvolumen von 2,8 Mr. Euro. Aber die Zahlen werfen auch Fragen auf. Weiterlesen

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Der Mittelstand gibt ein Beispiel

Da mag die Zahl der Staaten, die am Rande der Zahlungsunfähigkeit balancieren, noch so zunehmen. Deutschland ist nicht nur auf Länderebene ein Beispiel der Stabilität, auch seine Unternehmen haben sich 2011 noch gefestigter gezeigt als im Vorjahr. Hatten 2010 mehr als 32.000 Betriebe Insolvenz melden müssen, so sind es zum Ende des laufenden Jahres noch 30.200. Ein Rückgang von 5,8 Prozent. Gegenläufig zur Verschuldungskrise hatte Deutschland bei seinen Betrieben schon 2010 eine Erholung bei den Firmenpleiten um fast drei Prozent registriert. Große Unternehmenszusammenbrüche zum Jahresende 2011 ließen zwar manche Beobachter noch einmal zucken, dennoch dürften Manroland und TelDaFax Ausreißer in einem nach wie vor mittelständisch bestimmten Insolvenzgeschehen darstellen.

Wie kommt es zu dieser erfreulichen Entwicklung? Zwei Ursachenfelder sind bestimmend: Zum Einen die konjunkturelle Erholung, zum Anderen die Finanzsituation der kleinen und mittleren Betriebe. Zur guten Konjunktur ist wenig zu sagen, die Fakten sind bekannt: Eine kräftige Exportzunahme aus dem steilen Absturz heraus, ein stabiler Arbeitsmarkt und eine zumindest solide Binnenkonjunktur tragen auch in diesem Jahr wesentlich zum Wachstum bei.

Weniger bekannt ist die verbesserte Finanzierungssituation der Unternehmen. Zunächst ein Blick auf die Fremdfinanzierung. Laut ifo liegt die Hürde für Unternehmen beim Kredit weiterhin sehr niedrig. Die KfW schließt sich dem an, wenn sie davon spricht, dass keine Indizien für Beschränkungen auf der Angebotsseite des Kreditmarktes vorlägen. Anzumerken bleibt, dass das Volumen ausgereichter Kredite noch um vier Prozent unter den Vorjahreswerten liegt.

Wirft man einen weiteren Blick auf die gute Entwicklung, die Leasing und Factoring 2011 genommen haben, dann zeigt sich, was den Unternehmern besonders wichtig war: Die Schaffung von Liquidität. Deutlich wird dies beim Zahlungsverhalten, ist doch die zügige Realisierung der Außenstände das wichigste Mittel, um flüssig zu bleiben. Dazu nur eine Zahl: Der Anteil der Unternehmen, die berichten, mehr als ein Prozent der Forderungen verloren zu haben, hat von 11,1 auf 8,9 Prozent abgenommen. Kern der Bonität ist aber neben der Optimierung des Working Capital das Eigenkapital. War jahrelang die Rede von der Eigenkapitallücke des deutschen Mittelstandes, so erscheinen nun – ganz unbeeindruckt von der Krise – markante Änderungen. Gegenüber dem Jahr 2002 hat sich der Anteil der Unternehmen, die eine Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent aufweisen, um mehr als zehn Prozentpunkte von 16,6 auf 28,7 Prozent erhöht. Und noch eine drittes zentrales Element der Innenfinazierung sei aufgezählt. Die Ertragslage hat sich verbessert. Eine aktuelle Befragung von Creditreform im Herbst ergibt, dass nur 18 Prozent eine Abschwächung der Erträge hinzunehmen hatten (Vorjahr 22,6 Prozent). Fast ein Drittel setzt auf steigende Gewinne.

Fazit: Deutschlands Mittelstand hat aus der Krise, der vergangenen wie der aktuellen, schnell gelernt. Sein Credo lautet: Hilf dir selbst! Die Unternehmer setzen auf die Innenfinazierung. Kein schlechter Weg für die Zahlungsfähigkeit, wenn man diese Philosophie im Kontext einer europäischen Krise sieht, die durch eine unendliche Schuldenlast geprägt ist.

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