Insolvenzen mit Potenzial zum Turnaround

Die Insolvenzen gehen zurück in Deutschland – das ist die gute Nachricht. Doch auch wenn der Trend in diesem Jahr zu den kleinen Firmeninsolvenzen geht, traf die Insolvenzwelle doch wieder einige Großunternehmen. Und erneut finden sich allein in der Liste der zehn größten Unternehmenszusammenbrüche fünf Unternehmen aus der Kfz-Zulieferbranche, denen im Aufschwung das Geld ausgegangen ist. Drei weitere stehen unter den 20 größten Insolvenzen 2010.

Allerdings hat sich bei Großinsolvenzen im Vergleich zum vergangenen Jahr die Zahl der gefährdeten Arbeitplätze deutlich verringert. Waren im Jahr 2009 noch rund 76.000 Mitarbeiter von der Insolvenz des Arbeitgebers betroffen – hauptsächlich verursacht durch die Großpleite des Handels und Touristikkonzerns Arcandor –, so sind es im laufenden Jahr nur gut 12.000 Mitarbeiter.

Drei Unternehmen wollen wir in diesem Blog ein wenig näher in Augenschein nehmen: Nicht nur weil sie die größten Betroffenen sind, sondern weil sie auch – und das ist eine weitere gute Nachricht – gute Chancen für einen Turnaround zeigen.

Da wäre etwa die Honsel AG – ein Hersteller von Leichtmetallbauteilen für die Automobilindustrie aus Meschede. Er musste Ende Oktober beim zuständigen Amtsgericht einen Insolvenzantrag stellen. Nun liegt es am vorläufigen Insolvenzverwalter, dem Düsseldorfer Anwalt Frank Kebekus und dem neuen Vorstandschef Stefan Eck, das Unternehmen in ein Sanierungsverfahren oder in die Arme eines zahlungskräftigen Investors zu führen. Die Voraussetzungen für einen Neustart werden insgesamt als gut eingeschätzt. Allerdings lasten auf dem Unternehmen Schulden in dreistelliger Millionenhöhe. Als Gründe für das Aus der Firma wurden Finanzierungsengpässe angegeben, wodurch die für den Aufschwung in der Automobilindustrie notwendigen Investitionen nicht getätigt werden konnten. Auch brachten die neuen Eigentümer des einstigen Familienunternehmens – verschiedene Beteiligungsgesellschaften – keine Stabilität. Noch immer ist das Unternehmen ein Schwergewicht der Branche und beschäftigt an verschiedenen Standorten in Deutschland rund 3.000 Mitarbeiter.

Oder nehmen wir die Hansa-Gruppe, die im Nordwesten Deutschlands 20 Pflegeheime betreibt. Sie musste im März Insolvenz anmelden. Als Grund wurden „kurzfristig aufgetretene Liquiditätsprobleme“ genannt. Eine Bank sei aus der Finanzierung ausgestiegen und nun soll das Insolvenzverfahren helfen, das Unternehmen neu zu strukturieren. Von einem kompletten Geschäfts-Aus wären 1.600 Mitarbeiter betroffen. Anfang Juni hat sich die Hansa-Gruppe mit Banken und Vermietern mehrheitlich auf ein Eigensanierungskonzept geeinigt, das den Erwerb des gesamten Bestandes an Immobilien durch den neuen Partner sowie veränderte Nutzungsverträge vorsieht.

Der in Landsberg bei Halle beheimatete Haushalts-Discounter Mäc Geiz musste Mitte Mai einen Insolvenzantrag stellen. Als vorläufigen Insolvenzverwalter berief das zuständige Amtsgericht Rainer Eckert. Dieser kündigte an, den Geschäftsbetrieb an den bundesweit rund 180 Filialen des Unternehmens vorläufig fortzuführen. Die Löhne und Gehälter der rund 1.600 Mitarbeiter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Als Grund für die Insolvenz wurden Finanzierungsprobleme genannt. Mittlerweile ist das Unternehmen an die österreichische MTH Handels-Holding verkauft worden, zu der auch der Filialist „Pfennigpfeifer“ gehört.

Wollen Sie mehr über das Insolvenzgeschehen wissen, dann finden Sie in der nächsten Printausgabe des Creditreform Magazins hierzu Informationen. Oder Sie nutzen www.Creditreform.de

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