Im Inland – und im Ausland auch

Es ist schon fast farmaciareale ein alter Hut: Deutschlands Wirtschaft lebt vom Export. Und was einmal jede dritte Mark war, die auf ausländischen Märkten umgesetzt wurde ist nach zehn Jahren eben jeder dritte Euro. Dass die aktuelle Konjunktur hierzulande wieder so brummt ist einmal mehr dem Absatz unserer Güter in Europa und der fernen Welt zu verdanken, da mögen Konsumlust und Investitionswille des Mittelstandes noch so ihr Scherflein beitragen.

Die Bundesregierung tut das ihre, um diesen Königsweg wirtschaftlicher Erholung zu glätten. 2010 hat sie für Exportgarantien 32,5 Mrd. Euro bereitgestellt, um die Ausfuhren abzusichern. Das Wirtschaftsministerium schreibt: “Im Vergleich zum Vorjahr (22,4 Milliarden Euro) stieg das Volumen der mit Hermesdeckungen abgesicherten Exporte um 45 Prozent. Unabdingbar sind solche Absicherungen, wenn es um Schwellen- und Entwicklungsländer geht. So sind zwei Drittel aller Deckungen in diesen unsicheren Regionen stellen gewesen. Großprojekte sind ein weiterer unersetzbarer Gegenstand der Hermesgarantien. Sie machen in der Summe rund die Hälfte des gesamten Deckungvolumens aus.

Aber was ist mit den vielen kleineren Ausfuhren? In die Nachbarländer? Da geht es nicht um große industrielle Investitionen, sondern um Mittelständler, die sich Märkte in unseren Partnerländern in der EU erschließen wollen, die sich aber immer noch unter den unterschiedlichen Zahlungmodalitäten und Absicherungsrechten zu orientieren haben. Für diese ist die Bürokratie staatlicher Absicherung zu viel – sie wollen beweglich bleiben wie auf heimatlichen Märkten auch.

Innerhalb von dreissig Tagen erhalten in Deutschland 70 Prozent der Unternehmen ihr Geld, In Österrrech und der Schweiz noch immerhin 67 Prozent. Wer allerdings nach Spanien oder Italien liefert, wird nur mit einem Viertel der Betriebe sagen können, dass seine Rechnungen pünktlich innerhalb von einem Monat beglichen werden. Um sich aus dieser Bredouille zu helfen greift der größte Teil der Betriebe auf die Wirtschaftsauskunft zu (89,7 Prozent); zwei Drittel bemühen sich (zusätzlich) um die rasche und konsequente Mahnung. Die Warenkreditversicherung wird erst an fündter Stellle von 49,5 Prozent genannt, wenn es um die Vermeidung von Forderungsausfällen im Exportgeschäft geht.

Creditreform hat einen deutlichen Zuwachs beim Abruf von Auslandsauskünften und auch von Inkassodienstleistungen durch seine Mitglieder in Deutschland erlebt. Zweistellige Umsatzzuwächse zeugen nicht nur vom Exportboom auch im Mittelstand, sondern auch von Vorsicht und Voraussicht gerade auch kleinerer Unternehmen, wenn es darum geht auch jenseits der Grenzen Geld zu verdienen. Es muss ja nicht gleich jeder dritte Euro sein.