Eigenkapital stabil – Mittelstand gerettet?

Die große Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 ließ ein massives Anschwellen der Unternehmensinsolvenzen befürchten. Dieser Schock ist nicht eingetreten: Wie der Arbeitsmarkt auch, so blieb  die Unternehmenslandschaft in Deutschland recht stabil.


Und wenn auch die Kassandrarufe von der Kreditklemme sich nicht bewahrheitet haben, so empfanden doch gerade kleine und mittlere Betriebe den Fluss der Gelder von der Hausbank als spärlicher als im Boom der Vorjahre. Das ließ Ängste für die Zeit nach der akuten Krise aufkommen. Würde man nicht mit den schlechten Zahlen aus den wirtschaftlichen Rückgängen wie sie die Bilanz der Krise zeigte bei manchem Geldinstitut vor verschlossenen Türen stehen?

Nun liegen die Jahresberichte gerade auch der KMU vor – und es ist wohl interessant zu sehen, welche Einschläge die beiden Dürrejahre in der Finanzsituation verursacht haben. Das Eigenkapital ist wohl die Größe, die den besten Blick auf die Solidität erlaubt. Schließlich ist die Eigenkapitalquote auch der entscheidende Gradmesser bei Fremdfinanzierung, sie beeinflußt ganz wesentlich die Konditionen und Sicherheiten, die vom Kreditgeber erwartet werden.

Die gute Nachricht vorweg: Trotz der Krise hat sich der Trend zu einer Verbesserung der EK-Quote fortgesetzt. So hat der Anteil der Unternehmen mit einer einer Quote von über dreissig Prozent Eigenkapital von 53,9 auf 55,6 Prozent zugelegt. Entsprechend veringerte sich das Armenhaus mit unter 10 Prozent Eigenkapitalquote von 26,4 auf 25,4 Prozent. Um zwei Prozentpunkte, von 32 auf gut 34 Prozent stieg die mittlere EK-Quote im Mittelstand.

Diese erfreuliche Meldung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in einzelnen Branchen große Unterschiede gibt. Schwach kapitalisiert sind das Hotel- und Gaststättengewerbe (42,6 Prozent unter 10 Prozent EK-Q), der Kfz-Handel (36,7Prozent) und das Baugewerbe (32,9 Prozent). Der Anteil schwächelnder Betriebe ist dagegen im Elektrosektor (22 Prozent), bei den unternehmensnahen Dienstleistern (19,8 Prozent) und in der Landwirtschaft (19Prozent) am geringsten. Dabei sind es weniger die Kriseneffekte, die verantwortlich zu machen sind als strukturelle Defizite. Interessanter ist dann die Frage, welche Branchen denn tatsächlich in den Jahren 2008 und 2009 bei der Eigenkapitalausstattung am meisten Federn lassen mussten.

Gradmesser war der Rückgang beim Eigenkapital: Welche Branchen haben einen Rückgang der EK-Quoten um mindestens fünf Prozentpunkte hinzunehmen? Insgesamt hatte jeder dritte Mittelständler durch die Rezession bedingt ein knapperes Eigenkapital. Besonders ausgeprägt in der Höhe und in den Anteilen war dies im IKT-Bereich (19,6 Prozsent). Aber auch Finanzdienstleister und konsumnahe Dienstleister ( 18,3 bzw. 17,9 Prozent) wiesen bei fast jedem fünften Unternehmen markante Rückgänge beim Eigenkapital auf. Allerdings bleibt festzuhalten, dass diese Wirtschaftszweige wohl tatsächlich stark von der Krise betroffen waren und im Gegensatz zu den Strukturproblemen der oben genannten Betroffenen im Aufschwung auch Einiges daran setzen werden, sich wieder stärker mit Eigenkapital auszustatten. Kommen aber Struktur- und temporäre Kriseneffekte zusammen, dann kann dies tatsächlich zum Aus für ein Unternehmen führen.

Das lässt sich im Mittelstand bei 3,7 Prozent der Betriebe festmachen. Damit sind 125.000 Firmen in einer Schieflage. Mit den Folgen akuter Schwierigkeiten bei der Fremdfinanzierung und den Befürchtungen einer nicht auszuschließenden Insolvenz.

2 Gedanken zu „Eigenkapital stabil – Mittelstand gerettet?

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