Kultur des Vergessens

Die Forderung ist ja nur zu berechtigt. Wer einmal im Internet sich findet, sei es, dass er sich selbst eingebracht hat, sei es, dass andere sein Bild, seine Daten eingestellt haben, der hat größte Mühe, wieder herauszukommen, seine Daten zu löschen. Das Netz vergisst nicht, heißt es zu Recht. Soziale Netzwerke sind ein Treiber dieser Entwicklung, deren Nutzerdaten von anderen wieder aufgegriffen werden. „Recht auf Vergessen“ lautet deshalb die Forderung an den Gesetzgeber. Privatpersonen sollen ohne Wenn und Aber die Löschung ihrer Daten verlangen können. Doch was für Facebook und Co. gelten mag, gilt für Auskunfteien nicht! Lesen Sie hierzu meinen “Standpunkt” aus der April-Ausgabe des Creditreform Magazins, die in Kürze erscheint …

Beim Ruf nach Datenlöschung sind die Schutzbedürfnisse zu beachten, die dem Lieferanten und Kreditgeber zukommen: Wenn der Pleite-Unternehmer oder der überschuldete Besteller ohne weiteres verlangen kann, dass seine negativen Daten nicht mehr gespeichert und an einen berechtigten Empfänger weitergegeben werden dürfen, ja, gelöscht werden müssen, dann wird auf Rechnung nur noch an Stammkunden, gegen Vorkasse und Sicherheiten geliefert werden. Und die Zahlungsausfälle werden dennoch steigen.

Die EU plant eine Datenschutzverordnung, die über das Ziel hinausschießt. Hier wird eine berechtigte Forderung überzogen und zu einer Gefahr für den Gläubiger und den Schuldner gleichermaßen. Über die Planungen und ihre Folgen wollen wir Sie auf den Seiten von “CR-Intern” im nächsten Creditreform-Heft aufklären. Wenig später lesen Sie die Beiträge auch online: auf creditreform-magazin.de

Ein Gedanke zu „Kultur des Vergessens

  1. Boris Schneider

    Es klingt zwar gut und natürlich sind die Forderungen angebracht. Die andere Seite der Medaille sind aber die technischen Voraussetzungen, die nötig wären, um so eine Löschung zu bewerkstelligen. Es ist einfach nicht so leicht möglich, weshalb die Gesetze wohl auch so bleiben werden.

    Antworten

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