Working Capital Management – kein Handlungsbedarf?

Grob vereinfacht lautete eines der wichtigsten Ziele beim Working Capital Management: “Beim Kunden für kurzfristigen Zahlungseingang sorgen!“ Auf Grund der niedrigen Zinsen hat sich die Lage jedoch entspannt. Liquidität ist nicht mehr so teuer. Und nicht nur die Versorgung mit Geld entwickelt sich günstiger. Auch das Risiko hat abgenommen. Und angesichts sinkender Insolvenzzahlen bei den Unternehmen und Verbrauchern kommt es seltener zu Ausfällen. Werden Kreditmanager nun arbeitslos? 

Nein, weil Liquidität wertvoll bleibt: „Nur schnelles Geld ist gutes Geld“, lautet weiterhin die oberste Maxime. Aber es gelangen einige Anreize, die für den schnellen Zahlungseingang sorgen sollten, auf den Prüfstand. Die Zustimmung zum Bankeinzug, vor allem aber das Einräumen von Skonto sind mit kritischem Blick zu sehen. Wer den Bankeinzug mit einem Prozent prämiert, macht ein großzügiges Geschenk. Und beim Skontoabzug von drei Prozent bei einem Rechnungsausgleich innerhalb von 14 Tagen verzichtet der Unternehmer auf viel Geld. Eine aktuelle Berechnung zeigt, dass der Zinsunterschied der letzten fünf Jahre, von fünf Prozent 2008 auf 0,5 Prozent im Jahr 2013, einem Zahlungsziel von 730 Tagen entspricht. Eine Verlängerung des Zahlungsziels kann sich also günstiger auf das Ergebnis – und darum geht es ja letztlich – auswirken als der Ausgleich durch Skontogewährung.

Es gibt also nach wie vor Handlungsbedarf. Working Capital Management bleibt auch in besseren Zeiten ein Thema. Creditreform hat zusammen mit Roland Berger den Stellenwert der Liquidität in den Unternehmen untersucht. Die aktuellen Ergebnisse stellen wir Ihnen in der Mai-Ausgabe des Creditreform-Magazins vor, die demnächst erscheint.

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