Firmennachfolge: Es muss nicht in der Familie bleiben

Die Situation am deutschen Arbeitsmarkt ist entspannt wie lange nicht. Mehr als 40 Millionen Arbeitsplätze gibt es derzeit. Doch die Selbstständigkeit hat für viele an Reiz verloren. Lesen Sie hierzu meinen “Standpunkt” aus der Oktober-Ausgabe des Creditreform-Magazins.

Im Jahr 2000 gingen in Deutschland 1,3 Millionen neue Unternehmen an den Start. 2013 wurden nur noch 870.000 Betriebe gegründet. Selbstständigkeit hat im Laufe der Jahre an Attraktivität verloren. Dabei spielt sicher die Erholung am Arbeitsmarkt eine Rolle. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit ist die Eröffnung einer kleinen Firma im Dienstleistungs- oder Handelssektor eine Alternative für viele, die sich aus ihrer persönlichen und finanziellen Misere befreien wollen. Die Zahl der Arbeitsplätze hat in Deutschland 40 Millionen überschritten. Darin mögen sich einige potenzielle Unternehmer verbergen, die aber die „abhängige“ Beschäftigung bevorzugen.

Umso wichtiger ist es, bestehende Betriebe zu erhalten. Stehen Nachfolger bereit? Die müssen nicht aus dem Familienkreis kommen, denn auch hier spielt die ungünstige demografische Entwicklung eine Rolle. Es werden zu wenige Kinder, auch Unternehmerkinder, geboren. Geschwister, die sich um die Übernahme des Erbhofs streiten, kommen selten vor. Damit ist man wieder bei den Arbeitnehmern, die einen Betrieb übernehmen könnten, den sie gut kennen. Und den sie noch besser machen würden.

Aber lohnt sich das überhaupt? Vor allem beim Kauf einer fremden Firma ist diese Frage bestimmend. Sie lässt sich nur für jeden einzelnen Fall nach genauer Prüfung und Abwägen des Pro und Contra beantworten. Dazu gehört dann auch, von der volkswirtschaftlichen Seite her zu klären, wie viele Unternehmen überhaupt zur Übernahme anstehen. In welchen Branchen, Regionen und mit welcher Bonität? Da zeigt sich schnell, wo Übernahmen möglich und für die Zukunft tragfähig sind. Damit aus jungen Unternehmern nicht junge Arbeitslose werden.

NEUER CHEF GESUCHT

Ein Vergleich im Saarland zeigt: Vor allem in den Dienstleistungsfirmen stehen in den nächsten Jahren zahlreiche Nachfolgeregelungen an. Immerhin in jedem dritten Betrieb (3.325) ist der Geschäftsführer älter als 60 Jahre.

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