Nicht nur zur Weihnachtszeit

Die Klage, Weihnachten habe sich zum Fest des Konsums entwickelt, gehört inzwischen genauso zur Vorweihnachtszeit wie die Vorbereitung auf die festlichen Tage. Dass dieser Konsum aber die Mittel mancher übersteigt und zu ihrer Verschuldung noch beiträgt, gilt es hinzuzufügen. Wer will schon auf Geschenke an die Kinder verzichten müssen?

Doch zeigt sich: Viele Schuldner sind in eine Schuldenspirale geraten und befinden sich in einer nachhaltigen, meist dauerhaften Überschuldungskrise.

Dabei bleibt anzumerken, dass Überschuldung zunehmend nicht nur vermeintlich überschuldungsaffinen sozialen Schichten und Milieus zuzuordnen ist, wie Analysen der Milieu- und Einkommensforschung belegen. Demnach wird die Überschuldung nicht nur durch objektive Faktoren wie dauerhafte Arbeitslosigkeit, Einkommensarmut, Trennung oder Krankheit ausgelöst. Vielmehr ist davon auszugehen, dass auch subjektive und sozialpsychologische Faktoren eine Rolle spielen. Auch diese führen zu sozialen Problemlagen und beeinflussen das Verschuldungs- und Überschuldungsverhalten. Eine Umfrage unter Schuldnerberatern – sie ist Teil unseres SchuldnerAtlas – ergab, dass von diesen häufig Begriffe und Aussagen kommen, die sich als „hohe Bereitschaft zu Konsum und Krediten“ zusammenfassen lassen. Hier finden sich Zitate wie „Konsum sofort“, „Statuskonsum“, „kurzfristige Bedürfnisbefriedigung“, „Anspruchsdenken“, „(Mode-)Trends folgen müssen“.

Aber wer will eine grundsätzlich „konsumorientierte Mentalität“ verurteilen, wenn „das Fest der Liebe“ vor der Tür steht? Auch wenn die weitere Überschuldung dann vielfach schon vor der nächsten Tür wartet.

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