Factoring kommt weiter

Dieser Weg wird kein leichter sein, das galt auch einmal für das Factoring. Es handelt sich um eine recht junge Dienstleistung – der Factoringverband wurde 1974 gegründet – und als sie aus dem angloamerikanischen Raum zu uns kam, hatte sie wie so viele Finanzinnovationen in Deutschland zunächst um Akzeptanz zu kämpfen.

Der Factor fürchtete den Betrug mit falschen Rechnungen, der Factoringkunde machte sich Sorgen um seine Reputation: „Was sollen meine Abnehmer von meiner Bonität halten, wenn ich es anscheinend nötig habe, meine Rechnungen zu verkaufen, um schneller an Liquidität zu gelangen?“ Diese Sorge ist längst vergessen, Factoring hat sich in Deutschland etabliert. Heute weiß jeder Mittelständler, wie wichtig Liquidität ist. Zahlungsverzug will und dann sich niemand mehr leisten. Wer den Zahlungseingang beschleunigen will, dem stellt Creditreform unterschiedliche Tools zur Verfügung: Vom Inkasso bis zum Forderungsverkauf geht es darum, individuell den richtigen Service zu nutzen.

Mittlerweile verbuchen die Creditreform-Factoringgesellschaften Umsätze im Milliardenbereich.
Und der Factoringverband nannte im Vorjahr eine interessante Zahl: Die Factoringquote, das Verhältnis des angekauften Forderungsvolumens zum gesamten Bruttoinlandsprodukt, betrug 6,26 Prozent. Das bedeutet, dass mehr als sechs Prozent des deutschen BIP durch Factoringunternehmen hierzulande bedient werden.

Steinig und schwer ist der Weg heute nicht mehr. Im Gegenteil: Ein Blick auf die Nutzung des Factorings in anderen Ländern zeigt, dass Deutschland noch immer Nachholbedarf hat.  Frankreich oder Großbritannien weisen noch höhere Anteile des Factorings als wir auf. Da wird sich noch manches kleine und mittlere Unternehmen aufmachen.

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