Unsichere Zeiten

Ein Blick auf die aktuelle Konjunktur und die Finanzlage der Unternehmen  erlaubt die besten Erwartungen für das begonnene Jahr: Eine weitere Steigerung beim BIP bis fast an die Marke von zwei Prozent plus wird prognostiziert, ein stabiler Arbeitsmarkt mit gut ausgebildeten Kräften wird für ein starkes Konsumklima sorgen und ein komfortabler Zugang zur Finanzierung bei kräftiger Eigenkapitalbasis lässt auch 2016 bei Privaten und Unternehmen wohl weniger Insolvenzen zu (siehe Grafik). Soweit die Fortschreibung der guten Zahlen aus dem vergangenen Jahr.

Grafik Standpunkt 1-16Für diese Prognose bedarf es keiner großen Kunst: Daten werden zusammengestellt, verdichtet und gewichtet und in einem Zahlenkorridor hinein in das neue Jahr projiziert. Dabei bleibt eine Ungewissheit, die sich nicht an den kleinen Unterschieden hinter dem Komma der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen festmacht – sondern die ein größeres Ganzes im Auge hat, das unüberschaubar und kaum in Ziffern kalkulierbar ist: Sorgen, sogar Ängste, lösen die Nachrichten von Flüchtlingsströmen, Umweltkatastrophen und Finanzkrisen aus. Dazu gibt es zwar auch Modellrechnungen, die im Einzelnen gar nicht alle aufzuzählen sind, aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ja auf Wahrheit zu stellen vermögen. Und: Sie sorgen für noch mehr Unsicherheit. 

Mut zur Selbstgewissheit

„Was tun?“ fragte schon Lenin. Mein Rat: Schauen wir auf die Rechnungen, die überprüfbar sind – und überprüfen wir sie. Und vor allem: Behalten wir eine Gewissheit, nämlich die Selbstgewissheit. Gerade in unsicheren Zeiten geht es nicht ohne sie. Haben wir Vertrauen in unser Können und Wissen, aber auch in unsere weitere Lern- und Anpassungsfähigkeit. Fürchten wir uns nicht vor Krisen, sondern nutzen wir sie. Da sind die aktuellen guten Zahlen
für dieses Jahr – bei aller Skepsis beim Blick ringsherum in die Welt – doch ein sehr guter Ansporn.

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