Mit Vollgas in den Schuldenberg

Alljährlich berichtet unser Schuldner-Atlas über die Überschuldung der Verbraucher in Deutschland. Wie Peanuts nehmen sich diese Entwicklungen gegenüber den Schulden der Staaten aus. Nicht nur in der Summe, sondern eben auch in den Steigerungsraten sind Letztere eine Gefahrenquelle für die Weltwirtschaft!

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnte im Juni 2016 vor beispiellos hohen globalen Schuldenständen. Sie forderte eine wirtschaftspolitische Neuausrichtung: „Die Weltwirtschaft kann es sich nicht leisten, noch länger auf das schuldenfinanzierte Wachstumsmodell zu setzen, das die gegenwärtige Situation herbeigeführt hat.“

Die entsprechende BIZ-Analyse von 15 Staaten in „fortgeschrittenen Volkswirtschaften“ belegt den beschriebenen Negativtrend und zeigt, dass alle untersuchten Staaten zwischen 2005 und 2015 einen Anstieg der sogenannten Bruttoverschuldung aufweisen: Bis auf Schweden und Deutschland liegen die Anstiege bei mehr als 15 Prozentpunkten. Die Spannweite reicht allein in
Europa von plus 73 Punkten in Griechenland (2005: 104 Prozent; 2015: 177 Prozent) bis zu nur 0,2 Punkten in Schweden (2006/2016: jeweils 43 Prozent) – jene beiden Länder, welche zugleich die höchste und die niedrigste Bruttoverschuldungsquote (gemessen am Bruttoinlandsprodukt)
aufweisen. Nur Japan weist eine höhere Bruttoverschuldung auf (2005: 152 Prozent; 2015: 211 Prozent).

Zum Vergrößern klicken. (c) Creditreform-Magazin 12/16

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In Deutschland stieg die Bruttoverschuldung des Staates von 66 Prozent im Jahr 2006 auf 71 Prozent, also um rund fünf Punkte. In den USA (von 57 auf 97 Prozent) und in Großbritannien (von 42 auf 89 Prozent) lag die Steigerung der Bruttoverschuldung des Staates im gleichen Zeitraum bei 40 und mehr Prozentpunkten.

Zur Erinnerung: Die Zahl der überschuldeten Deutschen nahm in den letzten zehn Jahren von 7,34 Millionen auf aktuell 6,85 Millionen Personen ab, wie Creditreform im SchuldnerAtlas 2016 nachweist.

 

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