Pest und Elend

Beschwerden von Sparern kann die EZB nicht mehr länger mit niedrigen Inflationsraten kontern. Sie verlieren jetzt doppelt:  Das Ersparte bringt nicht nur nichts ein – die Inflation zehrt es auch noch auf.

Zwei Meldungen gingen zum Jahreswechsel durch die Medien, die einigen Aufschluss boten – die aber im Ausblick auf Kommendes und im Rückblick auf jüngst Vergangenes nicht so recht ins Bewusstsein kamen. Einmal die Untersuchung der EZB, kurz vor Weihnachten veröffentlicht, zur Vermögenslage europäischer Haushalte, und dazu die Bekanntgabe der Inflationsrate, die
in Deutschland mit einem Schlag bei 1,7 Prozent für den Dezember festzumachen war.

Inflationsentwicklung 12-2016 (c) Creditreform-Magazin
Eine Überraschung bot nicht nur die wiederauferstandene Preissteigerung, sondern auch
die Tatsache, dass hierzulande weit weniger privates Vermögen als in den Nachbarländern
zu finden ist. Gleichgültig ob der Median oder der Durchschnittswert genommen wurde – die Deutschen finden sich allenfalls im Mittelfeld. Mit 60.800 Euro (Median) liegen wir etwa auf der Höhe der Polen (57.100 Euro) und hinter den Griechen (65.000 Euro), beim Durchschnitt von 214.300 Euro Vermögen deutlich hinter Italien (226.000 Euro) und Spanien (274.000 Euro).

Viele Gründe wurden aufgezählt – von Ost-West-Unterschieden über den Mangel an Immobilieneigentum und kleinen Haushaltsgrößen bis hin zur ungleichen Verteilung der Vermögen hierzulande. Genannt wurde aber auch – einmal mehr – das risikoscheue Anlageverhalten der deutschen Sparer: Aktien und die Vielzahl von Finanzprodukten scheue man zu sehr und setze stattdessen auf die sichere Anlage bei Lebensversicherungen, Tagesgeld und Sparbuch.

Womit der Zusammenhang mit der Inflationsrate auf der Hand liegt. Konnte die EZB mit ihrer Politik der Anleihenkäufe und des Niedrigzinses gegenüber den deutschen Beschwerden doch immer auf die niedrigen Inflationsraten verweisen. Das ist nun vorbei: Das Ersparte bringt nicht nur nichts ein – noch dazu zehrt die Inflation es auf. Man werde vom billigen Geld nicht abrücken, heißt es aus Brüssel mit dem dürftigen auf die noch stabile Kerninflationsrate. Die Vermögen der Deutschen werden nun auch noch an Wert verlieren.

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