Arbeitgeber Mittelstand

Das Problem ist nicht neu: Bei der Jagd nach den besten Köpfen haben kleinere Betriebe gegenüber großen Konzernen oft das Nachsehen. Im Zeichen des Fachkräftemangels und der Digitalisierung spitzt sich die Lage zu. Für den Mittelständler wird es immer schwieriger, qualifizierte Kräfte zu finden. Eine aktuelle Untersuchung der Creditreform Wirtschaftsforschung zeigt es: Trotz der hohen Ausbildungsleistung der kleinen und mittelgroßen Unternehmen in der Vergangenheit – etwa im Handwerk – konnte offenbar nicht verhindert werden, dass die ausgebildeten Facharbeiter, Gesellen, Meister und Techniker zu Großunternehmen und Industrie abwanderten. Zudem dürften vom Arbeitskräftezuzug aus dem Ausland (Stichwort: Arbeitnehmerfreizügigkeit für EU-Bürger und Blue Card für Mangelberufe) weitgehend Großunternehmen profitieren. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während die durchschnittliche Mitarbeiterzahl bei den mittelständischen Unternehmen in Deutschland zwischen 2008 und 2016 nahezu unverändert bei gut 50 Mitarbeitern blieb, stieg die Beschäftigtenzahl in Großunternehmen in dieser Zeit kräftig an (plus 42 Prozent).
Diese Entwicklungen könnten die Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft des Mittelstands beeinträchtigen. Creditreform selbst befindet sich aufgrund des Geschäftsmodells, etwa in der Automatisierung von Prozessen und im Datenbankaufbau, in der Avantgarde der Digitalisierung. Das Unternehmen ist aber durch die Vielzahl von Geschäftsstellen mittelständisch geprägt und sieht sich so gerade in Ballungszentren im scharfen Wettbewerb um IT-Fachkräfte. Nun gilt es deutlich zu machen, wo die Stärken des Mittelstands liegen: flexible, individuell gestaltete Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodelle, breite Möglichkeiten der Weiterbildung und vor allem eine interessante Tätigkeit, die Gestaltungsspielraum bietet und Verantwortung beinhaltet. Das macht den Unterschied zugunsten des Mittelstands aus.

Michael Bretz

© Creditreform-Magazin

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