Angriff auf den freien Handel

Auf der Internationalen Handwerksmesse in München stellt Creditreform jedes Jahr den Bericht zur „Konjunktur und Finanzierung im Handwerk“ vor. Bereits in den letzten Jahren hatte das Handwerk hervorragende Zahlen geliefert: Steigende Umsätze und Investitionen, mehr Arbeitsplätze und höhere Erträge zeigen ebenso wie ein solides Eigenkapital und weniger Insolvenzen, wie gut es den Handwerksbetrieben geht. Und dass die Messe zu den Produkten und Dienstleistungen des Handwerks eine internationale ist, befremdet niemanden mehr.

Deutschlands Handwerker sind nicht mehr nur im schmalen regionalen Umkreis zu Hause. Sie überschreiten Grenzen zu den Nachbarländern, sie nutzen für Einkauf und Verkauf, was andere Märkte bieten. Aussteller aus mehr als 30 Ländern haben sich in München eingefunden – das Handwerk ist international geworden.

Keiner will einen Handelskrieg

Wachstum ist eben nur international möglich. Das hat auch das bodenständige Handwerk verstanden. Und dann kommt zur Freude über die guten Wirtschaftsaussichten die Nachricht, dass Amerikas Präsident Schutzzölle auf die Einfuhr von Aluminium und Stahl erlassen hat. In deren Gefolge die Drohung, Deutschlands Autoindustrie, namentlich BMW und Mercedes, ebenso zu belegen. Was nun droht, ist ein Handelskrieg durch einen ständigen Schlagabtausch, in dem ein Bann mit einem weiteren beantwortet wird.

In der EU ist die Rede davon, amerikanischen Bourbon oder Harley-Davidson mit Zöllen zu belegen. Beide Produkte zeichnen sich durch eine handwerkliche Basis aus. Sie sind eben keine Massenprodukte. Das Handwerk ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Unsere Volkswirtschaft ist kein Exporteur von Rohstoffen, sondern von Know-how und Produkten. Wenn sich aber die Bedrohung für den Welthandel aus dem Weißen Haus in Richtung hochwertiger Güter bewegt, dann ist es um die guten Zahlen auch im Handwerk geschehen. Das ist keine Frage aktueller Konjunktur, sondern des Welthandels, der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Wohlstand gebracht hat.

© Creditreform-Magazin

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