Alles könnte so schön sein

Auch im Jahr 2017 haben sich die Unternehmen in Europa weiter stabilisiert. In EU-Westeuropa, dazu zählen auch Norwegen und die Schweiz, waren 7.200 Unternehmen weniger (4,2 Prozent) in der Insolvenz. Und auch in Mittel- und Osteuropa nahmen die Insolvenzen im vorigen Jahr weiter ab. Ein deutlicher Rückgang von 12,8 Prozent wurde registriert.

Zwei Gründe sind es, die in Europa wie auch in Deutschland die entscheidende Rolle für die komfortable Situation spielen. Zum einen der anhaltende Wirtschaftsaufschwung, zum anderen die günstige Finanzierungssituation. Dabei darf bei der Zinssituation durchaus ein Fragezeichen gesetzt werden. Denn im Raum steht, dass die Zinsen spätestens 2019 wieder anziehen werden. Angesichts der Überschuldung der Betriebe – vor allem in Italien und Frankreich – könnte das die Zahl der Zusammenbrüche wieder nach oben treiben. Aber trotz dieses Risikos würde eine Rückkehr zu „normalen Zinsen“ auch einen stabilisierenden Effekt haben. Man denke nur an die Probleme, mit die Lebensversicherer gerade in Deutschland konfrontiert sind. Die USA haben den Wendepunkt bei den Zinsen schon hinter sich.

Amerikanische Unternehmen waren im Hinblick auf die Insolvenzen nicht getroffen. Zwar gibt es 2017 einen hauchdünnen Zugang bei der Zahl der Firmeninsolvenzen auf 38.062 Betroffene. Doch auch in den Vereinigten Staaten spielt die gute wirtschaftliche Situation eine wichtige Rolle: Die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts lag zwei Prozent über dem Vorjahreswert. Gefahr droht weniger von Finanzierungen und Konjunktur diesseits und jenseits des großen Teiches, sondern von der Auseinandersetzung, gerade in wirtschaftspolitischer Hinsicht, zwischen den langjährigen Partnern Europa und Amerika. Eine aggressive Justiz in den USA und der Druck mit Zollschranken und der von Europa geforderten Solidarität im Hinblick auf Sanktionen schaffen Risikofaktoren, die zur Pleite manches Unternehmens zumindest beitragen könnten.

© Creditreform-Magazin/sirianamwong/iStock

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